Die Historie
Von 1975 bis heute im Schnelldurchlauf
Der Aufschwung der Fußballer begann 1975, als Fußballboss Wilhelm Langrehr den ehemaligen Nationalspieler und Profi bei Hannover 96, Hans Siemensmeyer, verpflichtete. In den zehn Jahren als Trainer führte er die Mannschaft von der Bezirksliga bis zur damaligen Regionalliga-Nord. Das TSV-Stadion wurde zu einer Festung. Es gab Spielzeiten, da konnte kaum eine Gastmannschaft den Platz als Sieger verlassen. Ligaobmann Rolf Svete bekam damals von etlichen Vereinsfunkitonären zu hören, "wir schicken euch die Punkte per Post, da sparen wir wenigsten die Fahrtkosten, denn zugewinnnen gibt für uns hier nichts". Darum wurde das Stadion die TSV-Kampfbahn benannt und bekannt.

Zum ersten Spiel in der Regionalliga-Nord in der Saison 1981/82 im Lokalderby gegen Arminia Hannover kamen 4500 Zuschauern. Das Stadion war restlos ausverkauft: Die Fans standen zum Teil auf Mülltonnen, um das Spiel zusehen. Am Ende konnten sie einen 3:1-Erfolg der Havelser bejubeln. In der Saison 86/87 wäre der TSV aus der Regionalliga fast abgestiegen, stand lange Zeit weit abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz, aber Trainer Volker Finke, der in der Rückrunde vom Nachbarverein TSV Stelingen zum TSV wechselte, sicherte den Klassenerhalt im letzten Spiel mit einem 3:2-Heimerfolg gegen Göttingen 05. In der Saison 89/90 stand der TSV in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, belegte aber den letzten Platz. Ein Jahr später kannte der Jubel im TSV-Stadion keine Grenzen, als Mittelfeldspieler Lars Beike in der 90. Minute mit einem Freistoss das 3:2 gegen Wuppertal erzielte und damit den Aufstieg in die 2. Bundesliga sicherte. Der TSV musste gegen namhafte Vereine antreten, die heute zum Teil noch in der 1. und 2. Bundesliga spielen, wie Hannover 96 (zweimal 1:2 im Niedersachsenstadion verloren), Schalke 04, MSV Duisburg, Mainz 05, SC Freiburg oder FC Saarbrücken. Zwar stieg der TSV am Ende der Saison wieder ab, aber nur ein Jahr später schaffte der heutige Trainer Jürgen Stoffregen erneut die Relegationspiele, schlug sich sehr achtbar, spielte gegen 1860 München 0:0 und 0:1 und gegen Fortuna Köln 1:1 und 1:2.

Dann aber ging es mit dem TSV abwärts. Pech dabei für den TSV, obwohl man als Viertletzter den Klassenerhalt in der Oberliga geschafft hatte, musste der TSV die Klasse zusammen mit den Amateuren von Hannover 96 verlassen. Der Grund war, dass der Staffelleiter Göttingen 05 die Relegationsspiele zur 2. Bundesliga gegen Holstein Kiel austragen ließ, obwohl er wusste, das Göttingen 05 keine Lizenz zur neuen Saison bekommen wird. Um Ungerechtigkeiten zu vermeinden, hätte die Oberliga auf 18 Vereine aufgestockt werden müssen, aber dazu war der Staffelleiter zu feige. Auf Grund dieser Maßnahme haben alle Spieler anschließlich Trainer Ronny Worm (u.a. Ex-Profi vom MSV Duisburg) den Verein verlassen. Bernd Krajewski übernahm das Himmelfahrtskommando beim TSV mit Spielern aus unteren Klassen, konnte aber den Klassenerhalt in der Niedersachsenliga nicht erreichen, da in dieser Saison sechs Mannschaften absteigen mussten und der TSV als Sechsletzter mit dabei war. Er wechselte in der vorletzten Saison dann zu Hannvoer 96 und Jürgen Stoffregen kehrte von Hannover 96' A-Junioren an seine alten Wirkungsstätte zurück.
Nach der Hinrunde lag der TSV in der Landesliga zwölf Punkte hinter Bockenem und neun Punkte hinter dem 1. FC Wunstorf zurück. Im letzten Spiel wurde der FC vor fast 2000 Zuschauern dann im Wilhelm-Langrehr-Stadion mit 2:0 bezwungen und damit der doch sehr überraschende Aufstieg zur Niedersachsenliga geschafft. In der jetzigen Oberliga Niedersachsen spielt der TSV eine gute Rolle, hält sich im oberen Tabellenmittelfeld. Sportlich hofft man auf eine längjährige Zusammenarbeit mit Trainer Jürgen Stoffregen, mit dem Ziel, in den nächsten Jahren um den Aufstieg zur Oberliga mit zuspielen. Im Jahr 2001 musste der TSV einen herben Rückschlag hinnehmen. Manager und TSV-Boss Wilhelm Langrehr, ohne ihn lief gar nichts beim TSV, erlag einem Krebsleiden. Auf Grund seiner großen Verdienste um den TSV wurde das Stadion auf Vorschlag von Ehrenpräsident Dieter Haaßengier von TSV-Kampfbahn in Wilhelm Langrehr Stadion umbenannt. Heute paßen gut 5000 Zuschauer ins Stadion. Es gibt 350 Sitzplätze, die alle überdacht sind. Da ja auch die Gegenseite der Hauptribüne überdacht ist, stehen die Fußballfans auch bei schlechten Wetter im trockenen.
Den letzten großen Höhepunkt gab es im August 2007, als der TSV Havelse am DFB-Pokal teilnahm. Schalke und Bayern waren bei der Auslosung zwar noch im Topf, doch am Ende hieß der Gegner TuS Koblenz. So kam in Havelse wenigstens wieder ein Hauch von alter Zweitligastimmung auf. Vor über 2500 Zuschauern im nicht ausverkauften Wilhelm-Langrehr-Stadion verlor der TSV mir 0:3 und kassierte alle Tore in der ersten halben Stunde. Danach lehnte sich die damals von Uwe Rapolder trainierte Mannschaft bei über dreißig Grad zurück und ließ den Gastgebern einige Möglichkeiten, die jedoch alle ungenutzt blieben.